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Viele von unseren Lesern haben bereits erfahren, dass
«Perú-Spiegel» im August einen Reise nach Pozuzo organisiert.
Diese interessante Stadt wird sehr wenig besucht, obwohl schon mehr
als 140
Jahre seit ihrer Gründung vergangen sind. In dieser Angabe
möchten wir Ihnen einige Daten über Pozuzo beibringen.
Während
der peruanischen Regierung von Ramón Castilla in 1824 wanderten deutsche, österreichische und schweizerische Bauern in den
peruanischen Urwald ein. In dieser Zeit war die wirtschaftliche Lage
in mehreren europäischen Ländern schlecht und viele reisten nach
den USA und Südamerika aus, um bessere Arbeitsmöglichkeiten zu finden.
Der
junge Weltenbummler Kuno Damian von Schütz Holzhausen schloss einen
Vertrag mit dem Generalmarschall Ramón Castilla, in dem die
peruanische Regierung den Einwanderern einen Weg zum versprochenen
Tal, alles Notwendige bis zur ersten Ernte, Grundstücke und Felder
zur Verfügung stellen würde.
Die
Einwanderer kamen im Hafen von Callao an. Sie hatten Preußen und
Tirol am 27.7.1857 verlassen. Am 6.6.1859 erreichten nur 156 von den
300 Einwanderern unter der Führung vom Pfarrer José Egg das
versprochen Tal und Pozuzo wurde gegründet. In 1867 schlossen sich
210 neue Einwanderer an.
Heute
besteht die Bevölkerung aus etwa 5000 Einwohnern. Sie sind die Nachkommen
der ersten Siedler. Die Bewohner behalten zum größten Teil
die Gewohnheiten und Traditionen der ehemaligen Siedler. Sie haben
sich an die Eigenschaften der Urwaldlandschaft angepasst und haben
z.B. aus dem Apfelstrudel einen Bananenstrudel entwickelt. Ihre
wichtigste wirtschaftliche Aktivität ist die Rinderzucht.
Dieses
Tal befindet sich in Pasco, Oxapampa, und ist von einer wunderbaren
Urwaldlandschaft umgeben, mit einer angenehmen Höhe von 700 m. Von
Lima aus ist es 460 km entfernt. In dieser Reise fährt man durch
die drei verschieden Landschaften Perus: Küste, Gebirge und
Urwald.
In
Pozuzo kann man folgendes besuchen: Sankt-Joseph-Kirche (die erste
Kirche der Siedler), Denkmal vom Pfarrer Joseph Egg,
Schafferer-Museum, typische Holzhäuser, Friedhof der Siedler, Kräutergarten Ruiz y Pavó (Túpac-Amaru-Schule),
die
Hängebrücke zum Gedenken an Kaiser Wilhelm I, die Brücke Vogt
(3 km von Pozuzo entfernt über den Fluss Huancabama), Orchideen-Garten,
La Cruz de la Peña (Rundblick auf die umgebende Landschaft), Forstreserven.
Nationalpark
Yanachaga-Chemillen. Der Weg nach Pozuzo führt durch diesen
Nationalpark, in dem man in der tiefeingeschnitteten
Huancabamba-Schlucht eine hervorragende Landschaft beobachten kann.
Der Nationalpark ist 122000 ha groß und befindet sich auf den
Yanachaga-Höhen, die die Täler Oxapampa–Pozuzo und Palcazú
trennen. Hier wird ein Teil des peruanischen Hochurwaldes geschützt
und somit verschiedene biologische Schätze. Man kann den
Nationalpark Yanachaga-Chemillen über Oxapampa oder über Palcazú
erreichen. Beide Wege sind eindrucksvoll und ideal für Wander- und
Naturfreunde.
Die
Abenteuerer haben es wirklich gut, sie können zelten, kanufahren,
wandern und manche sagen, man kann auch klettern.
Möchten
Sie selbst nach Pozuzo fahren, können ihnen die folgenden
Informationen behilfllich sein:
Straßenverbindung:
Von Lima aus fährt man über die Landstraße zunächst zum Ticlio
(4818 m hoch), dann vorbei an La Oroya (3740 m, 180 km von Lima
entfernt), Tarma (2247 m, 230 km), San Ramón (820 m, 293 km), La
Merced (751 m, 305 km) und Oxapampa (1814 m, 385 km) bis man endlich
Pozuzo (824 m, 472 km) erreicht. Die Fahrt dauert ca. 15 Stunden mit
dem Bus. Der asphaltierte Weg endet an der Paucartambo-Brücke (ca.
325 km von Lima entfernt), der Rest des Weges bis Pozuzo ist einfach eine
geglättete Strecke aus Erde. Man
kann mit eigenem Auto oder mit dem Bus fahren.
Flugverbindung.
Ein Mal in der Woche, meistens Wochenende, fliegen kleine Fugzeuge
(ca. 500 kg Lastkapazität) von San Ramon ab, um Pozuzo mit Waren zu versorgen. Es passen 3 bis 4
Passagiere hinein. Bis San Ramon kann man mit dem Auto fahren und
anschließend mit dem Flugzeug nach Pozuzo fliegen. Der Flughafen in
Pozuzo hat eine Landebahn von nur 550 m Länge.
Claudia Dopf
Aus «Peru-Spiegel / Espejo del
Perú», N° 41, Julio 1999, Seiten 18 bis 20.
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